Einsatz / Übung

Verkehrsunfall 20.04.2022

Nachdem wir bereits am 25.02. unseren ersten Einsatz auf der B 205 nach der neuen AAO (Alarmierungs- und Ausrückeordnung) hinter uns gebracht hatten, mussten wir heute erneut auf die B 205 ausrücken. Um kurz nach 14.00 Uhr stieß an diesem Mittwoch Nachmittag im Bereich der Ölweiche ein Mazda aus Hamburg, besetzt mit einem älteren Ehepaar, aus ungeklärter Ursache mit einem polnischen Lkw frontal zusammen. Während der Lkw-Fahrer nur leicht verletzt, aber mit einem Schock recht glimpflich davon kam, mussten die Insassen des Pkw schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Wucht des Aufpralls ließ sich bereits daran erkennen, dass das Mazda-Emblem am Stoßfänger des Lkw einen Abdruck hinterließ.

Bis in den frühen Abend war die B 205 voll gesperrt, da die Unfallstelle vom hinzu gerufenen Gutachter detailliert besichtigt, abgemessen und fotografiert werden musste. Im Anschluss wurden die verunfallten Fahrzeuge abgeschleppt.

Auf Grund der mehrstündigen Sperrung der Straße erfolgte eine Umleitung über die K 114, der ehemaligen B 205, die durch Kleinkummerfeld und Willingrade führt. Diese war ebenfalls überlastet, weshalb eine Vielzahl von Fahrern von dieser offiziellen Umleitungsstrecke abwich und offenbar mit Hilfe ihres Navigationsgerätes vermeintliche Abkürzungen fuhren. So wurde der Latendorfer Weg in Richtung Kleinkummerfeld-Bahnhof trotz Gewichtsbegrenzung auf 7,5 Tonnen auch von schweren Lkw’s genutzt. In Kleinkummerfeld-Dorf staute sich der Verkehr auf der Mühlenstraße an der Einmündung zur Segeberger Chaussee. Andere versuchten daraufhin, über die K 102 über Latendorf und Heidmühlen bei Fehrenbötel oder Wahlstedt wieder auf die B 205 zu gelangen.

Eine weitere Problematik entwickelte sich am späten Nachmittag. Im Stau auf der B 205 stand u.a. ein Pferdetransporter. Die Tiere waren an diesem relativ warmen Tag seit mehreren Stunden ohne Wasser, da durch diese mehrstündige Straßensperrung die ursprüngliche Fahrtplanung nicht mehr eingehalten werden konnte. Per Notruf an die Leitstelle bat die Besitzerin um Hilfe. Da wir für die Sicherung des Brandschutzes abgestellt waren, konnten wir trotz unseres Wasservorrates nicht aushelfen. Daraufhin erfolgte ein so genannter „stiller Alarm“ an die FFw Willingrade. Ein stiller Alarm ergeht bei Einsätzen, bei denen nur wenige Helfer erforderlich sind und ohne die sonst übliche Eilbedürftigkeit, aber dennoch ohne Zögern, ausgeführt werden. Die Alarmierung erfolgt daher ohne Sirene, sondern telefonisch an den Wehrführer, der sich die erforderliche Anzahl von Helfern auf ähnlichem Wege organisiert. So konnten die Pferde aus dem 700 Liter fassenden Tank des TSF-W aus Willingrade mit Wasser versorgt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch anderen Tiertransportern, die sich in einer ähnlichen Situation befanden, geholfen.

 

 

Verkehrsunfall 25.02.2022

 

 

Seit 01.01.2022 werden wir auch zu Einsätzen auf der B 205 gerufen, die bislang von der FFw Rickling und der Berufsfeuerwehr Neumünster abgearbeitet wurden. Heute um 21.45 Uhr hatten wir unseren ersten Einsatz in dieser neuen Alarmierungsordnung.

Als wir eintrafen, waren Polizei, Sanitäter und die Kameraden der Berufsfeuerwehr sowie der FFw Rickling bereits vor Ort. Wie sich später herausstellte, sind die übrigen Helfer ca. 10 Minuten vor uns alarmiert worden.

Nur wenige 100 Meter hinter der Abfahrt Gadeland in Richtung Bad Segeberg sind auf der rechten Straßenseite ein Lkw (aus Richtung Bad Segeberg kommend) sowie ein BMW X1 (aus Richtung Autobahn kommend) frontal zusammengestoßen. Beide beteiligten Fahrzeuge trugen polnische Kennzeichen. Nach Zeugenaussagen ist der BMW zunächst nach links auf die Gegenfahrspur geraten und ist kurz darauf wieder auf die rechte Spur zurückgesteuert. Gleichzeitig versuchte die Fahrerin des entgegenkommenden Lkw, dem BMW nach links auszuweichen, wodurch beide Fahrzeuge zusammenstießen.

Der Fahrer des BMW war schwer verletzt und eingeklemmt, aber ansprechbar. In solchen Situationen ist es wichtig, dass der Verletzte betreut wird. Dies erfolgt am besten, indem man mit ihm spricht. Leider war er der deutschen Sprache nicht mächtig. Englisch verstand er jedoch, weshalb wir mit unserem Kameraden Sean, einem gebürtigen Engländer, hier wertvolle Hilfe leisten konnten. Der Notarzt versorgte den Fahrer vor Ort, bis er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Neumünster gebracht werden konnte. Die beiden Insassen des Lkw trugen keine Verletzungen davon.

Kurz darauf sind zuerst die Berufsfeuerwehr und anschließend die FFw Rickling abgerückt, so dass wir ab jetzt mit der Polizei allein auf die Abschlepper und den Gutachter warteten. Für den nicht mehr fahrbereiten Lkw rückte ein Abschlepper aus Dänemark, mit dem die Spedition offenbar vertraglich verbunden ist, an. Ebenso kam eine Sattelzugmaschine der gleichen Spedition, um den Kühlauflieger zu übernehmen.

Doch zuerst musste der Gutachter seine Arbeit machen. Mit einer Vielzahl von Fotos und Messungen dokumentierte er die Lage. Zum Schluss setzte er noch eine Drohne ein, um Luftbilder von der Unfallstelle anzufertigen. Voraussetzung hierfür ist eine gute Ausleuchtung des Umfeldes. Dabei stellte sich heraus, dass unsere bordeigenen Beleuchtungsmittel zwar für den Handeinsatz reichen, aber für eine Ausleuchtung eines größeren Abschnittes sind wir nicht ausgerüstet. Notdürftig konnten wir eine ausreichende Beleuchtung herstellen, indem die Polizei und wir bei unseren Fahrzeugen das Fernlicht einschalteten und die Wagen entsprechend positionierten.

Zum Schluss führten wir eine Grobreinigung der Straße durch, indem wir die größeren Wrackteile auf den Grünstreifen legten und mit Besen und Schaufel auch Scherben u.ä. entfernten. Für die Endreinigung ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr zuständig, der über entsprechendes Großgerät verfügt. Kurz vor 2.00 Uhr war der Einsatz für uns beendet.

 

 

 

Sturmeinsatz als „GröLa“, 18.02.2022 / 19.02.2022

 

 

Nachdem bereits am 17.02. das Sturmtief „Ylenia“ über Deutschland hinweggefegt war, kündigte sich fast nahtlos der nächste Sturm an. „Zeynep“ wurde mit Orkanböen von bis zu 140 km/h angekündigt.

Zum 2. Mal nach dem 09.02.2020 wurde vom Kreiswehrführer „GröLa“ (= „Größere Lage“) ausgelöst. Das „GröLa“-Konzept wurde für Lagen entwickelt, bei denen weite Landstriche betroffen sind, was z.B. bei Unwettern der Fall ist. Auf diese Weise soll die Leitstelle entlastet werden und der Funkverkehr in geordnete Bahnen verlaufen. Gleichzeitig werden die Feuerwehrhäuser mit einsatzbereiten Kameraden besetzt, so dass kurzfristig zum Einsatz gefahren werden kann.

Die Auslösung von „GröLa“ wurde für 22.00 Uhr angekündigt, da sich der Sturm, der bereits den ganzen Tag wehte, in der Nacht zu einem Orkan verstärken sollte. Bereits im Vorwege bereitete der Vorstand den Schulungsraum vor, indem für ausreichend Getränke (alkoholfrei!), Snacks und Knabbereien gesorgt wurde. 

Kurz vor 18.00 Uhr trafen sich die ersten Kameraden im Feuerwehrhaus, später rückten weitere hinzu. Erst gegen 1.00 Uhr gab es für uns den ersten Alarm. Eine große Tanne lag quer über der K 114 im Bereich der S-Kurve in Höhe des ehemaligen Waldhofs. Mit Motorsägen konnten wir den Baum schnell zerteilen und von der Straße entfernen. Weitere Bäume zeigten sich bereits in einer gefährlichen Schräglage. Es wäre jedoch unverantwortlich gewesen, nachts bei dieser Witterung vorbeugend im Wald die Säge anzusetzen.

Um 3.00 Uhr wurde „GröLa“ beendet. Nachdem der Schulungsraum wieder hergerichtet wurde, verließen wir das Feuerwehrhaus und fuhren nach Hause. Doch um 4.45 Uhr heulte wieder die Sirene. Ein Baum lag auf der Straße „Am Bahnhof“ in Richtung Gadeland zwischen der Brücke und dem Holtdamm. Auch hier konnte der Baum mit Hilfe von Motorsägen zerlegt werden, um die Gefahr für den Straßenverkehr abzuwenden.

Um 10.13 Uhr kam der nächste Alarm. Hier ging es wieder um einen Baum im Staatsforst in Richtung Neumünster. Es handelte sich um einen Baum, der auf die Straße zu fallen drohte. Dieser Baum war uns bereits in der Nacht aufgefallen. Jetzt am Tage war das Ausmaß zu erkennen. Mit Hilfe eines Schleppers und des Gemeindearbeiters konnte der Baum kontrolliert zu Fall gebracht werden und stellte somit keine Gefahr mehr dar.

Bei dieser Gelegenheit fuhren wir noch einmal zum Bahnhof an den Einsatzort, wo wir bereits am frühen Morgen waren. Auch hier waren noch potenzielle Gefährdungen zu erkennen, die wir zu beseitigen wussten.

Insgesamt sind wir hinsichtlich der Zahl der Alarmierungen recht glimpflich davon gekommen. Sinn und Zweck der Feuerwehr ist aber die Gefahrenabwehr, weshalb umgestürzte Bäume mitten im Wald für uns wenig relevant sind. Aber genau hier sind z.B. im Staatsforst heute Nacht große Waldlücken entstanden, nachdem die dortigen Baum in Folge des Sturms einfach umknickten. Der nasse Winter mit außerordentlich großen Niederschlagsmengen, insbesondere im Februar, sorgte für einen sehr aufgeweichten Boden. So fanden viele große Bäume kaum Halt und wurde mit samt des Wurzeltellers umgeweht.

 

 

 

 

Übungsabend 07.09.2021

 

 

Über ein ganzes Jahr hatten wir keine Einsätze. Im Prinzip eine gute Sache, aber dennoch befremdlich. Dann innerhalb von nicht einmal drei Wochen 3 Alarmierungen, davon 2 für technische Hilfe. Neben der Türöffnung, die in dem Bericht über unser Grillfest am 14. August kurz angesprochen wurde, gab es Alarmierungen wegen eines ohne ersichtlichen Grund aktivierten Rauchwarnmelders am Bahnhof und eines angeblich in einem Maisfeld liegenden Pkw auf der K 114. Aber offenbar konnte sich der Fahrer noch vor unserem Eintreffen selbst aus der Situation befreien.

Dies war Grund, das Thema „Technische Hilfe“ auf dem heutigen Dienstabend zu behandeln. Hierzu hat unser stellvertretender Gruppenführer Thomas Kliem eine Aufgabe für uns ausgearbeitet. Schließlich gehört zu jedem Dienstabend auch ein bisschen Spaß dazu.

Zunächst wurde aus einem Schlauch ein Kreis geformt, in dessen Mitte ein Ei in einem Eierbecher stand. Ein weiterer Eierbecher stand auf der äußeren Fensterbank am Giebelfenster des Feuerwehrhauses. Die Aufgabe bestand darin, nur mit Hilfe der sich in unserem Einsatzfahrzeug befindlichen Gerätschaften und unter Beachtung sämtlicher Sicherheitsvorschriften das Ei aus dem Kreis in den 2. Eierbecher am Fenster zu bringen. Der Schlauchkreis durfte nicht betreten werden. Weder Ei noch Eierbecher durften mit den Händen berührt oder in irgendeiner Weise am Körper getragen werden. Ebenso war die Nutzung der Treppe im Gebäude nicht erlaubt. Sollte das Ei kaputt gehen, müssten wir wieder von vorn beginnen. Das vorgegebene Zeitfenster betrug 45 Minuten.

Nach etwas Überlegung und Planung konstruierten wir mit Hilfe der Steckleiter eine Brücke über den Schlauchkreis. Ein nicht allzu gewichtiger Kamerad querte die Brücke und nahm mit einer Zange das Ei aus dem Becher. Leider ging das Ei dabei kaputt.

Im nächsten Versuch wurde das Ei mit Klebeband aus dem Verbandkasten überzogen und auf diese Weise in den Saugschutzkorb, der uns jetzt als Tasche diente, gelegt. Jetzt wurde die Steckleiter an das Gebäude unter das Fenster gestellt. Ein Kamerad  stieg die Leiter hoch und zog dabei eine Leine mit sich. Als er oben angekommen war, zog er mit der Leine den Saugschutzkorb mit dem Ei ebenfalls hoch. Das Ei, noch immer mit dem Klebeband überzogen, konnte dann relativ sicher in den Eierbecher gestellt werden. Von den 45 Minuten haben wir 30 Minuten benötigt.

Solche Übungen können auf dem ersten Blick als feuerwehrfremde Spielerei abgetan werden. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass durch solche Planspiele allen Teilnehmern auch alternative Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Gerätschaften bewusst werden, was im Einsatz durchaus von Bedeutung sein kann.

Der heutige Dienstabend war sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet. Er hat uns allen viel Spaß gebracht.

 

 

Großbrand Boostedt, 06.08.2020

 

 
Der Alarm um 5.00 Uhr war in einigen Teilen des Dorfes bereits gut zu hören. Allerdings war dies nur die Nachalarmierung der Wehren Braak und Latendorf durch die Wehr Boostedt. Diese wurde bereits um 4.49 Uhr mit der Meldung „Feuer klein“ im Kieswerk Koch in Boostedt alarmiert, dass dort ein Haufen mit Strauchgut und Grünabfällen brennt. Nach deren Eintreffen hat sich das ursprüngliche „Feuer klein“ bereits deutlich ausgeweitet, so dass weitere Kräfte, insbesondere PA-Träger (= Einsatzkräfte mit Atemschutzausrüstung) nötig wurden.
 
Ein Haufen Strauchgut von 400 m³ stand in Flammen und musste gelöscht werden. Das Hauptproblem bei solchen Einsätzen ist es, auch an die verborgenen Glutnester im Inneren des Haufens heranzukommen. Dies ist nur möglich, wenn der Haufen mit Hilfe von Baggern und Radladern auseinandergezogen und verteilt wird. Dies ist hier auch der Fall gewesen. Da es sich um den Betriebshof eines Kiesabbaubetriebes handelte, standen derartige Maschinen in ausreichendem Umfange vor Ort zur Verfügung.
 
Um 9.32 Uhr erfolgte dann die Nachalarmierung der Wehren Kleinkummerfeld, Groß Kummerfeld und Willingrade. Allerdings wurden wir nicht zur Brandbekämpfung benötigt, sondern zur Wasserförderung aus dem Baggersee in Kleinkummerfeld-Bahnhof. Auf diese Weise sollte die Wasserversorgung an der Einsatzstelle sichergestellt werden. Hierzu wurde von einem örtlichen Landwirt ein mobiler 20-Fuß-Container mit einem Volumen von über 30 m³ an der Mühlenstraße abgestellt, den wir als Pufferspeicher nutzen konnten. Zusätzlich waren 2 weitere Landwirte im Einsatz, um mit ihren jeweils 22 m³ fassenden Güllewagen das Wasser im Pendelverkehr nach Boostedt zu transportieren. Hierzu wurde der Saugschlauch in den Container geführt und das Wasser abgepumpt. Die modernen Güllewagen verfügen über eine erstaunlich starke Pumpe, so dass der Behälter innerhalb von wenigen Minuten gefüllt ist.
 
An diesem Tage war es wieder mit ca. 32 Grad im Schatten sehr heiß. Während die Einsatzkräfte am See die Möglichkeit hatten, sich in den Schatten der Bäume zu setzen, konnten die Absperrposten ihre Position nicht verlagern. Die Absperrposten waren erforderlich, um den Straßenverkehr in den Zeiträumen, in denen die Güllewagen befüllt wurden, anzuhalten. Um gesundheitliche Schäden auszuschließen, wurde selbstverständlich für ausreichende Getränke gesorgt. Zusätzlich kam eine Kameradin gegen Mittag mit einer Kühltasche vorbei und verteilte Eis am Stil.
 
Der gesamte Einsatz inklusive des Rückbaus der Gerätschaften dauerte bis ca. 15.30 Uhr. Die Kameraden aus Boostedt waren somit über 10 Stunden im Einsatz. Insgesamt waren über 100 Kräfte, davon 26 PA-Träger, im Einsatz. Die Lagerung des Strauchgutes im Kieswerk war legal. Als Ursache wird Selbstentzündung vermutet.
 
Immer wieder hört man, dass sich in der Bevölkerung eine aggressive Mentalität gegenüber Einsatzkräften verbreitet. Bei uns in einer ländlichen Region war dies bisher noch wenig auffällig. Beim heutigen Einsatz jedoch mussten die Absperrposten mehrfach feststellen, dass sich diese Charakterzüge auch bei uns weiter ausdehnen. So wurden teilweise die Haltesignale nicht beachtet, indem die bereits wartenden Fahrzeuge überholt wurden. Darauf angesprochen verhielten sich die jeweiligen Fahrer oftmals uneinsichtig. Sicherlich war dies nur ein geringer Prozentsatz der Verkehrsteilnehmer, die jedoch auffällig waren und im Gedächtnis bleiben. Die große Mehrheit verhält sich verständnisvoll und regelkonform. Dennoch kann dies als ein Zeichen gewertet werden, wie sich die Gesellschaft entwickelt gegenüber Menschen, die viele Stunden ihrer Freizeit dafür aufbringen, um Gefahren jeglicher Art im Sinne unser aller Sicherheit abzuwenden.

 

 

 

 

Fahrzeugbrand auf der K 114, 28.04.2020

 

Die aktuelle Corona-Pandemie, die weltweit völlig neue Verhaltensregeln erfordert, hinterlässt auch bei den Feuerwehren ihre Spuren. So können wir jetzt nicht mehr wie üblich im voll besetzten Fahrzeug zum Einsatzort fahren, sondern müssen die Zahl der Insassen auf 4-6 beschränken. Die übrigen Kameraden verbleiben zunächst im Schulungsraum und werden bei Bedarf über Handy benachrichtigt.

Vor diesem Hintergrund ist es ein glücklicher Umstand, dass das Jahr 2020 bisher verhältnismäßig ruhig verlaufen ist. Aber heute war es soweit. Um 23.31 Uhr wurden wir wegen eines Kfz-Brandes auf der K 114 (ehemalige B 205) alarmiert. Einen knappen Kilometer hinter dem Ortsschild in Richtung Willingrade brannte der Motorraum eines Audi A6 Avant mit polnischem Kennzeichen so stark, dass der Feuerschein bereits am Ortsausgang zu sehen war. Der Fahrer saß mit seinem Koffer, den er noch im letzten Moment von der Rückbank retten konnte, äußerlich unverletzt im linken Straßengraben. Ob er einen Schock hatte, war zunächst nicht erkennbar. Die typischen Schockreaktionen können aber auch später auftreten, weshalb wir ihn ständig im Auge behielten und ihn so betreuten, wie es uns auf den regelmäßigen Erste-Hilfe-Kursen beigebracht wurde. Er berichtete, dass er seinen Onkel in Neumünster besucht hat und jetzt nach Hause in der Nähe von Danzig fahren wollte, als plötzlich dichter Qualm aus dem Motor drang. Per Handy wurde der Onkel informiert, der nach etwa 20 Minuten eintraf.

Mit dem Schnellangriff löschten wir zunächst die Flammen, um anschließend mit Schaum weiterzuarbeiten, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Die zwischenzeitlich ebenfalls eingetroffenen Kameraden aus Willingrade haben wir sicherheitshalber vorerst noch am Einsatzort in Bereitstellung gehalten, während die Groß Kummerfelder wieder abrücken konnten.

Ein besonderes Problem galt es noch zu lösen: Die Airbags waren nicht ausgelöst worden. Dies kann bei oder nach Einsätzen zu gefährlichen Situationen führen, weshalb die Batterie abgeklemmt werden muss. Diese befindet sich bei diesem Modell im Kofferraum. Leider ließ sich die elektrisch zu bedienende Klappe, vermutlich auf Grund eines Kurzschlusses, nicht mehr öffnen. Nur mit Gewalt und dem so genannten Hooligan-Tool konnte die Klappe geöffnet werden. Ironie des Schicksals: Der Fahrer wollte vor unserem Eintreffen ebenfalls an den Kofferraum, weil er dort den Feuerlöscher verstaut hatte.

Nach etwa 30 Minuten traf ein Abschleppwagen aus Neumünster ein, der das Wrack auflud. Der originäre Einsatz dauerte etwa anderthalb Stunden, hinzu kam eine weitere halbe Stunde mit Nachbereitungen wie Wiederauffüllen des Wassertanks und der üblichen Nachbesprechung. Sehr auffällig war, dass während der gesamten Einsatzzeit nur etwa 5 Fahrzeuge die Straße passieren wollten und von den Absperrposten zurückgeschickt werden mussten. Ob dies auch eine Folge der Corona-Pandemie war? Wir wissen es nicht.

Glück im Unglück war auch ein weiterer Umstand: in den letzten Wochen hat es keinen Tropfen geregnet, so dass das Gras im Straßengraben komplett ausgetrocknet war. Erst heute Abend gegen 19.00 Uhr kam ein leichter Schauer und auch während des Einsatzes hat es zeitweise geregnet. Hätte der Regen nur 6 Stunden später eingesetzt, hätten wir es vermutlich nicht nur mit einem Kfz-Brand, sondern auch mit einem Knickbrand zu tun gehabt.

 

 

Unwetter 09.02.2020

 

Bereits seit einigen Tagen warnte der Deutsche Wetterdienst vor dem herannahenden Sturmtief „Sabine“, das mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h auf die deutsche Nordseeküste treffen wird. Obwohl sich bei uns im Landesinneren der Wind doch merklich abschwächen wird, können auch bei uns Äste oder ganze Bäume auf Straßen fallen und dabei Menschen gefährden.

Der erste Baum wurde uns von einer Kameradin aus der Verwaltungsabteilung per Nachricht in unserer Whatsapp-Gruppe um 14.35 Uhr gemeldet. Nur wenige Minuten später folgte auch die offizielle Alarmierung durch SMS und Sirene. Der Baum lag auf der K114 am Beginn der S-Kurve in Richtung Neumünster. Nach kurzer Zeit war die Straße wieder frei.

Da solche Lagen naturbedingt weite Landstriche betreffen, sind die Leitstellen im Land sehr schnell am Rande der Leistungskapazitäten, in denen schließlich auch die „normalen“, nicht unwetterbedingten Einsätze bearbeiten müssen. Hinzu kommt der Funkverkehr, wenn eine Vielzahl von Einsatzfahrzeugen gleichzeitig unterwegs sind und entsprechend der Vorschriften Rückmeldungen über die Lage vor Ort geben. Hierbei besteht das Risiko, dass einige Funkrufe im Eifer des Gefechtes untergehen. Da die Leitstellen nicht nur die Feuerwehren, sondern auch den Rettungsdienst koordinieren, kann ein solcher „untergegangener“ Funkruf schnell gravierende Folgen nach sich ziehen.

Um die Leitstellen zu entlasten und den Funkverkehr in geordneten Bahnen laufen zu lassen, wurden so genannte „GröLa-Konzepte“ erstellt. GröLa steht hier für „Größere Lage“ und wird in der Regel bei Unwettern durch den Kreiswehrführer ausgerufen. Dies bedeutet, dass in den Amtsbereichen eine Art „Unter-Leitstelle“ eingerichtet wird, die den Einsatz übernehmen und per Telefon, Fax und Funk an die örtlich zuständige Wehrführung ohne Sirenenalarmierung weiterleitet und daher die jeweiligen Feuerwehrhäuser besetzt sein müssen. Heute ist das GröLa-Konzept erstmals in der Praxis umgesetzt worden.

Für den Kreis Segeberg wurde um 17.00 Uhr „GröLa“ ausgerufen. Mehrere freiwillige Kameraden meldeten sich, den Abend im Gerätehaus zu verbringen. Gleichzeitig verabredeten wir uns, dass bei einer Alarmierung das Stichwort „Alarm“ in die Whatsapp-Gruppe gestellt wird, um die übrigen Kameraden und Kameradinnen zu alarmieren. Offensichtlich auf Grund eines Versehens heulte um 20.30 Uhr dennoch die Sirene. In der Meldung wurde uns ein Baum auf der K114, nur etwa 150 m vom ersten Baum entfernt, gemeldet. Dabei handelte es sich um eine stattliche Fichte, die über die gesamte Straßenbreite lag. Mit Hilfe von Motorsägen wurde der Baum geteilt und beiseite geschafft.

Um 22.00 Uhr wurde „GröLa“ aufgehoben. Mit nur 2 Einsätzen war es für uns deutlich ruhiger als befürchtet. Im Amtsgebiet mussten 5 Wehren zu insgesamt 6 Einsätzen ausrücken. Jedoch muss erwähnt werden, dass die Bahn des Sturmtiefs südlicher lag als vorhergesagt. So war die Zahl der Einsätze im Südkreis deutlich höher als im Nordkreis.

 

 

 

Großbrand in Willingrade 15.12.2019

 

Der 15.12.2019 war ein sehr stürmischer Tag. Die Kameraden aus Latendorf, Braak und Heidmühlen sind heute bereits im Einsatz gewesen, um im Rahmen technischer Hilfeleistungen zum Beispiel Bäume von den Straßen zu beseitigen. Als bei uns die Sirene um 16.44 Uhr heulte, war der Sturm noch nicht ganz vorüber. Daher waren die ersten Gedanken, dass auch wir zu einer technischen Hilfe ausrücken sollten. Weit gefehlt. Bereits in der Alarmierungs-SMS wurde uns ein Großfeuer in einem Einfamilienhaus in Willingrade angekündigt. Bereits beim Einbiegen in die Willingrader Straße waren die haushohen Flammen in Verbindung mit einer extremen Rauchentwicklung zu sehen.

Mit unserem TLF fuhren wir bis zum Einsatzort vor und starteten den Löschangriff vom Nachbargrundstück aus. Dabei galt es auch, das recht nahe gelegene Nachbarwohnhaus stets im Blick zu haben, um bei einem Übergreifen der Flammen sofort eingreifen zu können.

Der Brand war hauptsächlich im rückwärtigen Bereich, auf der nach hinten gelegenen Terrasse sowie im Dachgeschoß. Da sich die Bebauung jedoch fast über die gesamte Grundstücksbreite erstreckte und die Zuwegung durch mehrere abgestellte Fahrzeuge erschwert war, konnten nur einzelne Trupps nach hinten vordringen. Aus diesem Grunde wurde zusätzlich die Drehleiter aus Neumünster angefordert, um aus der Höhe einen weiteren Löschangriff vornehmen zu können.

Die Löscharbeiten wurden dadurch erschwert, dass plötzlich ein Brunnen versiegte und somit hieraus kein Wasser mehr gefördert worden konnte. Bis eine neue Wasserversorgung zu einem weiter entfernten Brunnen aufgebaut werden war, konnte nur eine Löschwasserentstelle genutzt werden.

Das in Flammen stehende Gebäude war unbewohnt und diente nach Angaben des Eigentümers zum Lagern von Hilfsmaterialien. Im Inneren wurden von den Atemschutzträgern verschiedene Behälter mit unbekanntem Inhalt entdeckt, so dass sicherheitshalber auch die Gefahrguterkundungseinheit des Amtes Boostedt-Rickling und der ABC-Zug des Kreises Segeberg angefordert wurden.

Eine besondere Herausforderung waren auch die verschiedenen Autofelgen, Reifen, Kunststoffkästen und anderen Gegenstände, die auf dem Grundstück verteilt lagen und für die Einsatzkräfte in der Dunkelheit eine Stolper- und damit Unfallgefahr bedeuteten. Diesbezüglich kam es allerdings zu keinen Vorkommnissen. Allerdings musste ein Kamerad einer anderen Wehr mit dem Verdacht einer leichten Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gefahren werden.

Der Rauminhalt des Gebäudes wurde für die Lagerung optimal genutzt, so dass aufwendige Nachlöscharbeiten erforderlich waren. So mussten wir am folgenden Tage um 9.42 Uhr wiederum ausrücken, da sich auf der Terrasse und im Inneren erneut eine Brandentwicklung ergeben hat.

Bei dem heutigen Einsatz konnte erstmals unsere neue Wärmebildkamera im Realeinsatz genutzt werden. Damit haben wir die Möglichkeit, vorhandene Glutnester zu lokalisieren und gezielt zu bekämpfen. Diese Kamera befindet sich seit Oktober diesen Jahres in unserem Besitz und ist zu einem wesentlichen Teil aus Spenden, um die unser Wehrführer anstelle von Geschenken anlässlich seines 60. Geburtstages gebeten hat, finanziert worden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unseren Wehrführer Jörg Wrage.


Wiedereinräumen des Feuerwehrhauses 18.04.2019

 

Am 20. Oktober letzten Jahres haben wir unser Zuhause ausgeräumt, da eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes anstand. Jetzt, nach 6 Monaten sind die meisten Handwerker mit ihrer Arbeit fertig und es müssen nur noch einige Restarbeiten erledigt werden.

Wie bei jedem Umbau muss das Gebäude wieder eingerichtet werden. Dies ist immer eine gute Gelegenheit, sich von Dingen, deren letztmalige Nutzung bereits längere Zeit zurück liegt, zu trennen. Dennoch ist eine Vielzahl von Utensilien übrig geblieben, die wieder eingeräumt werden müssen. Hierbei ergibt sich eine weitere Gelegenheit: Ordnung schaffen. Da insbesondere die Küche jetzt deutlich mehr Schrankfläche bietet, steht einem durchdachten System nichts mehr im Wege. Weitere Abstellräume für Dinge, die für diverse Veranstaltungen benötigt werden, können jetzt statt bisher auf mehrere Stellen verteilt in einem einzigen Raum sortiert gelagert werden.

Mit Hilfe mehrerer Kameraden, auch aus der Verwaltungs- und Ehrenabteilung haben wir heute zumindest die Fahrzeughalle wieder ausgeräumt und die ersten Dinge am vorgesehenen Platz untergebracht. Wie so oft, ergaben sich bei der Umsetzung in den fertigen Räumen neue Ideen, die bei der theoretischen Planung anhand der Zeichnungen nicht aufgekommen sind. Wir werden ein oder zwei weitere Abende aufwenden, um künftig ein durchdachtes und optimal genutztes Zuhause unser Eigen nennen zu können. Aber dies sind nur 2 Abende, die durchaus sinnvoll investiert sind, wenn man bedenkt, dass wir dann die nächsten Jahre mehr Freude an der Nutzung des Hauses haben werden.

 




 

Übungsabend 04.12.2018

 

Ein bisschen Spaß gehört zu jedem Dienstabend dazu. Heute haben sich unsere Gruppenführer Heiko Weddern und Thomas Böhme eine ganz besondere Aufgabe für uns ausgedacht: Wir sollten nur mit Hilfe unseres Einsatzfahrzeugs und den sich darin befindlichen Gerätschaften einen zusammengeklappten Tisch der Festzeltgarnitur anheben, die Tischbeine auseinanderklappen und dann den Tisch wieder auf den Boden stellen. Hierzu durfte keine direkte Muskelkraft genutzt werden. Ebenso durfte der Tisch nicht angefasst werden und die auf dem Tisch stehenden, halbgefüllten Flaschen durften nicht umkippen.

Schnell waren wir uns einig, dass wir aus der Steckleiter ein Gerüst bauen und die einzelnen Leiterteile mit Leinen so miteinander verbinden, dass sie sich gegenseitig halten. Oben lag eine Querstange. Über diese wurden weitere Leinen geführt, deren Ende mit Schlaufen, die wir an den Tischenden befestigt hatten, verbunden waren. Das andere Ende der Leinen verbanden wir mit der vorderen Maulkupplung des Tankers, da zum Anheben keine direkte Muskelkraft erlaubt war. Oberstes Gebot war es, dass die Leinen auf beiden Seiten immer die gleiche Länge haben, damit der Tisch gleichmäßig angehoben wird, da ansonsten die Flaschen umfallen würden.

Nach dem Anheben und dem Ausklappen der Beine wurde der Tisch wieder behutsam abgestellt. Damit haben wir die Aufgabe so gelöst, wie es auch von den Erfindern vorgesehen war.

Auch, wenn solche Übungen auf dem ersten Blick nichts mit den originären Aufgaben einer Feuerwehr zu tun haben, so haben sie ihre Berechtigung. Denn sie fördern durch das gemeinsame Handeln den Teamgeist und lassen flexible Nutzungsmöglichkeiten des vorhandenen Gerätes erkennen. Ebenso ist es wichtig, dass es eine Führungsperson gibt, die „den Hut auf hat“ und deren Anweisungen von Rest des Teams verlässlich ausgeführt werden.

Der heutige Dienstabend war sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet. Er hat uns allen viel Spaß gebracht.